Weingebiet: Kalabrien

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Kalabrien

Die Viola-Küste

Weinbausysteme im Douro-TalDie Geschichte des Weinbaus in Kalabrien geht auf die Magna-Grecia-Epoche zurück. Daher kommt auch der Name "Oinotria" (entstanden aus "Rebenpfahl" und "Weinland"), wie die antiken Griechen ganz Kalabrien bezeichneten. Die ersten Dokumente über den Weinbau an der Viola-Küste, in der Provinz Reggio Calabria (Gemeinden Villa San Giovanni, Scilla, Bagnara, Seminara, Palma), tragen Daten aus der Zeit um das Jahr 1000, als sich auch die basilianischen Religionsgemeinschaften entwickelten, die die Verbreitung des Weinbaus unterstützten und ihn auf ca. 1.000 ha Rebfläche vergrößerten. Schon damals spielte diese Aktivität eine wichtige Rolle, zusammen mit dem Fischfang und dem Handel. 1409 förderte der neue Lehnsherr Carlo Ruffo den terrassierten Weinbau zwischen Bagnara und Scilla weiter, der 1648 sein größtes Ausmaß erlangte 1000 ha. 1881 führte die Reblausplage zur Aufgabe der ersten Rebflächen, und 1910 wurde der Weinbau völlig eingestellt. Die Neuanpflanzung von Weinreben, die durch die Ereignisse des 1. Weltkrieges verlangsamt wurde, ist nicht mehr vollständig zu Ende gebracht, sondern nur teilweise und langsam, jedoch graduell durchgeführt worden.

Strukturdaten

Gesamte Rebfläche in der Region Kalabrien (ha)

2.237

Gesamte Rebfläche mit Strukturschwierigkeiten (Höhenlage, starkes Gefälle, Terrassierungen) (ha)

200 ca.

Flächen mit Gefälle > 30%

200 ca.

Flächen in Höhenlagen > 500 m ü. d. M. (ha)

5 ca.

Terrassierte Flächen (ha)

200 ca.

Höhenmessungsgrenze der Weinberge (m ü. d. M.)

470 -500

Verteilung der Weinberge mit Strukturschwierigkeiten auf dem Territorium

Viola-Küste; terrassiertes Weinbaugebiet, über 20 km längs der Küste.

(2006 aktualisierte Daten)


Aufteilung der Rebflächen

Die Bodenzerstückelung ist sehr stark: 95 % der Flächen sind unterteilt in Grundstücke von jeweils weniger als 0,2 ha. Parzellen mit einer Größe von über 0,2 ha machen nur 5 % der gesamten Rebfläche aus.

Weinbaulandschaft

Die Gegend ist nicht nur durch die typischen Terrassierungen, die fast bis ans Meer reichen, charakterisiert, sondern auch durch die Fülle von Wasserläufen (Flüsse und Sturzbäche), die das gesamte Gelände ausfurchen und so die Ordnung der kleinen Täler bestimmen. In Längsrichtung ist das Gebiet physisch in drei Teile geteilt durch die Infrastrukturen Autobahn Salerno-Reggio Calabria (A3), Staatsstraße 18 und die Eisenbahnlinie der Ferrovie dello Stato, die durch ihre starke Präsenz eine Konstante des Landschaftsbildes sind. Kürzlich ist eine Studie über die Institution der "Geschützten Landschaft der Viola-Küste" angeregt worden. Vor kurzem ist die "Öko-Straße des Weins und des Geschmacks der Viola-Küste" gegründet worden. Die Entstehung der ersten Weinbaugenossenschaft, namens "Enopolis Costa Viola", ermöglicht es nun, die Weinberge schrittweise zu erneuern.
Die Ortschaften liegen längs der Küste, also unterhalb der Weinberge.
Das ländliche Straßennetz ist unausreichend und darüber hinaus, vor allem aufgrund ständiger Erdrutsche und Bergstürze, in einem bedenklichen Zustand, speziell in den verlassenen Weinbaugebieten.


 Hauptsächlich angebaute Weinreben

Die Weinreben mit weißen Trauben sind:

  • Moscato d’Alessandria
Die Weinreben mit roten Trauben sind:

  • Malvasia nera
  • Nerello
  • Prunesta
  • "Patri niru" oder "patrineri" (vielleicht Pinot nero)
  • Gaglioppo
  • Sangiovese 
  • Castiglione


Die Daten wurden zur Verfügung gestellt von der:

Region Kalabrien, ISTAT, UAZ (Lokales Landwirtschaftsamt), IPA Weinbaukartei - Rosario Previtera