Weingebiet: Äolische (Liparische) Inseln

Die Äolischen (Liparischen) Inseln

Die bedrückende, bedrohliche Präsenz der Piraten hatte schon seit der Byzantinischen Zeit zu einem Einwohnerrückgang auf der Insel geführt und die Liparer veranlasst, diese nur noch zwecks der saisonbedingten Weinrebenpflege und der Weinlese aufzusuchen. Die Insel Salina, die viele Jahrhunderte lang verlassen gewesen war, erlebt ab Ende des 16. Jahrhunderts eine langsam beginnende Wiederbesiedlung – gefördert durch die Erbpachtzugeständnisse des Bischofs von Lipari – und erreicht Mitte des 19. Jahrhunderts ihren höchsten Einwohnerstand. Im ersten Jahrzehnt jenes Jahrhunderts versuchen 10.000 englische Soldaten in Messina, einem möglichen Vorstoß Napoleons auf die Insel Widerstand zu leisten und rufen eine plötzlich steigende Nachfrage nach Malvasia hervor. Diese Situation ermöglicht den Bewohnern der Insel Salina die Ansammlung von Geräten, die für die Qualitätsverbesserung erforderlich sind. Über einen Zeitraum von 10 Jahren verlangen die Kommissare für die Verproviantierung der britischen Armee den bekannten liparischen Passito "Malvasia", einen Likörwein, der an den Tischen der Offiziere serviert wird. Ein so dauerhafter Auftrag entfacht den Entwicklungsprozess der lokalen Wirtschaft.

Strukturdaten

Gesamte Rebfläche der Äolischen (Liparischen) Inseln (Region Sizilien) (ha)

144

Gesamte Rebfläche mit Strukturschwierigkeiten (Höhenlage, starkes Gefälle, Terrassierungen) (ha)

86,40

Flächen mit Gefälle > 30% (ha)

86,40

Flächen in Höhenlagen > 500 m ü. d. M. (ha)

0

Terrassierte Flächen (ha)

47

Höhenmessungsgrenze der Weinberge (m ü. d. M.)

350

Verteilung der Weinberge mit Strukturschwierigkeiten auf dem Territorium

An sanft abfallenden Hügelhängen.

(2006 aktualisierte Daten)

Aufteilung der Rebflächen

Die starke Zerstückelung der Grundstücke ist deutlich, und so kommt es, dass 30 % der Betriebe kleiner als 0,2 ha sind. Weitere 30 % der Unternehmen erstrecken sich über eine Größe von 0,2 bis 1 ha. 20 % der Betriebe liegen in der Größenordnung zwischen 1 und 3 ha, während die restlichen 20 % größer als 3 ha sind.


Weinbaulandschaft


Das Gebiet ist durch eine starke Bodenzerstückelung und einen starren Markt aufgrund der überhöhten Grundstückswerte gekennzeichnet, die keine Flächenzusammenlegung erlauben. Darüber hinaus sind die hohen Kosten für Maßnahmen zur Melioration hervorzuheben, die sowohl mit dem Inselcharakter als auch mit den Auflagen zusammenhängen, an die das gesamte Territorium gebunden ist, seit die UNESCO es im Jahre 2000 zum Weltkulturerbe erklärt hat.
Das Landwirtschaftsbild der Äolischen (Liparischen) Inseln ist grundsätzlich von der Präsenz der Weinreben, Kapern und Feigenbäume geprägt.


Hauptsächlich angebaute Weinreben


Die Weinreben mit weißen Trauben sind:

  • Malvasia delle Lipari
  • Catarratto
  • Inzolia
Die Weintrauben mit roten Trauben sind:

  • Corinto Nero
  • Nocera
  • Nero d’Avola
  • Nerello Mascalese
  • Nerello Cappuccio