Weingebiet: Piemont

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Piemont

Die Provinzen Turin, Alessandria, Novara, Verbania, Cuneo

Weinberge zu Carema (Torino)Die Anfänge des piemontesischen Weinbaus gehen auf die vorrömische und römische Zeit, seine große Ausbreitung dagegen auf das 17. Jahrhundert zurück. Während der beiden folgenden Jahrhunderte, in denen ein Teil des Piemonts unter französische Vorherrschaft geriet, und anschließend die Savoyer wieder an die Macht zurückkehrten, erhielt der Weinbau starken Auftrieb. Die Rebflächen wurden auf über 250.000 ha ausgedehnt, so dass den steigenden Produktnachragen entsprochen werden konnte. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts führten neue, aus Amerika kommende Pflanzenkrankheiten zum Rückgang des Weinbaus. Dies geschah hauptsächlich auf Kosten aller marginalen sowie der am Fuße der Berge gelegenen Gebiete, wo die Neubepflanzung und Unterhaltung mit einem höherem finanziellen Aufwand verbunden sind.

Strukturdaten

Gesamte Rebfläche der Region Piemont (ha)

46.000

Gesamte Rebfläche mit Strukturschwierigkeiten (Höhenlage, starkes Gefälle, Terrassierungen) (ha)

1.435,5

Flächen mit Gefälle > 30% (ha)

971

Flächen in Höhenlagen > 500 m ü. d. M. (ha)

297,5

Terrassierte Flächen (ha)

548

Höhenmessungsgrenze der Weinberge (m ü. d. M.)

Zwischen 180 und 1000 Metern

Verteilung der Weinberge mit Strukturschwierigkeiten auf dem Territorium


Landstrich am Fuße der Berge, Susatal, Chisone-Tal, Ossola-Tal
Langhe (vor allem im Belbo- und im Bormida-Tal, wo die Terrassierungen konzentriert sind) Roero (begrenzt auf Weinberge mit starkem Gefälle). Landstrich am Fuße der Berge aller Alpentäler (sporadisch).
25 – 30 % der Provinz Alessandria; sporadisch auf dem Territorium der Provinz Novara.


(2006 aktualisierte Daten


Aufteilung der Rebflächen

Die kleinen Grundstücke von weniger als 0,2 ha machen 12 % der Gesamtflächen aus, während 46 % auf die Größenordnung zwischen 0,2 und 1 ha entfallen. Parzellen von mehr als 1 ha machen 42 % aller Flächen aus.

Weinbaulandschaft

Die Reben werden in Weinbergen angebaut, die am Fuße der Berge auf Erdwällen mit Grasbepflanzung oder Terrassierungen unterschiedlicher Größe angelegt sind; in den Hügelgebieten dagegen parallel zum Gipfel verlaufen oder dem Hügelverlauf angepasst sind.
Die starke Zerstückelung der Rebflächen hat keine großangelegten Kultivierungsarbeiten zugelassen, und nur in einigen Gebieten am Fuße der Berge, wo das Gefälle mehr als 30 % beträgt, sind Terrassierungen aus Stein oder mit Gras bepflanzte Erdwälle realisiert worden, deren Breite eine teilweise Mechanisierung ermöglicht.
Die ursprünglich für die Produktionstätigkeit bestimmten landwirtschaftlichen Gebäude, werden heutzutage hierfür nicht mehr genutzt und sind – je nach ihrer Lage – zu Privatwohnungen, Agriturismen oder Bed & Breakfast umgebaut worden. Die Stilllegung der Landwirtschaft ist auf die Bergregionen beschränkt, in denen die geringe Ertragsfähigkeit und die hohen Kosten es nicht erlauben, die Standorte zu erhalten.

Hauptsächlich angebaute Weinreben

Auf 15 % der piemontesischen Anbauflächen tragen die Weinreben weiße und auf 85 % rote Trauben.