Weingebiet: Ätna

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Der Ätna-Park

Der Weinbau und die Weinerzeugung sind schon seit sehr langer Zeit am Fuße des Vulkans Ätna heimisch. Homer, Vergilius, Plinius und Strabone rühmen in ihren Werken die Qualität der Ätna-Weine und die Fruchtbarkeit des Vulkangebietes. Die Auffindung von Wildreben, die an den Hängen des Ätnas entdeckt wurden, bezeugen, dass dort bereits in der Tertiärzeit Weinreben vorhanden waren. Die Weinherstellung am Ätna geht im VIII. Jahrhundert v. Chr. in die Geschichte ein, zusammen mit den griechischen Kolonen, die jene Anbauform einführten, die als "ägäisches Bäumchen" bekannt ist. Die römische Oberherrschaft, die diese Weinerzeugung als die beste betrachtete, um sie zu versenden, trug dazu bei, den Ätna-Wein auch in anderen Herrschaftsgebieten berühmt zu machen.
Zwischen dem 18. Jahrhundert und dem Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Weinbau am Ätna, dank des blühenden Weinhandels mit der französischen, der österreichisch-ungarischen und der englischen Marine, große Ausmaße. Im XIX. Jahrhundert verfügte Catania, mit dem Ätna-Weinbaugebiet, mit ca. 8.000 ha über die größte Rebfläche. Im XX. Jahrhundert führten die Reblausepidemie und die große Wirtschaftskrise zu einem starken Rückgang der Rebflächen. Nach der Wirtschaftskrise im Jahre 1960 hat sich der Ätna-Weinbau, moderneren Weinbau- und Weinkundemodellen folgend, neu entwickelt.
Strukturdaten

Gesamte Rebfläche des Ätna-Parks (ha)

3.000

Gesamte Rebfläche mit Strukturschwierigkeiten (Höhenlage, starkes Gefälle, Terrassierungen) (ha)

2.700

Flächen mit Gefälle > 30% (ha)

450

Flächen in Höhenlagen > 500 m ü. d. M. (ha)

2.700

Terrassierte Flächen (ha)

2.250

Höhenmessungsgrenze der Weinberge (m ü. d. M.)

1.000

Verteilung der Weinberge mit Strukturschwierigkeiten auf dem Territorium

Bergregionen und Hügel an den Abhängen des Vulkans.

(2006 aktualisierte Daten)

Aufteilung der Rebflächen

Am stärksten verbreitet – in 50 % der Fälle – sind Betriebe mit 0,2 bis 1 ha Land. Sie bearbeiten 38 % der gesamten Rebflächen. 40 % der Unternehmen erstrecken sich über weniger als 0,2 ha und entsprechen 10 % aller Anbauflächen. 8 % der Betriebe liegen in der Größenordnung zwischen 1 und 3 ha. Auf sie entfallen 24 % der Rebflächen. Sehr selten sind dagegen Betriebe mit mehr als 3 ha; sie machen nur 2 % der Unternehmen bzw. 28 % der Gesamtflächen aus.




Weinbaulandschaft

Die Weinbaulandschaft des Ätnas ist vom Fleiß des Menschen geprägt worden, der schon immer die zweideutige Natur des Ätnas kontrastiert hat, "fruchtbarer Berg" und "schauerlicher Vulkan".
Die Weinberge haben ihre Charakteristiken, die sie einst in den Augen der Reisenden des 18. Jahrhunderts so einzigartig gemacht haben, unverändert bewahrt: unregelmäßige Grundstücke, Terrassierungen mit Trockensteinmauern aus Lavagestein, Steintürmchen, kleine Häuser und elegante Wohnsitze, die teilweise unterkellert und mit einer Kelterwanne aus Lavagestein ausgestattet sind; Oliven-, Maulbeer-, Kirsch- und Kastanienbäume wachsen hinter den Rainen. Aufgrund der großen biologischen Vielfalt, die die angebauten Weinreben kennzeichnet, welche auch in den Werken der Forscher des 18. und 19. Jahrhunderts beschrieben worden sind, ist der Ätna-Weinbau auch ein Standort von hohem kulturellen und wissenschaftlichen Wert.


Hauptsächlich angebaute Weinreben


Die Weinreben mit weißen Trauben sind:

  • Carricante
  • Catarratto bianco comune
  • Inzolia
Die Weinreben mit roten Trauben sind:

  • Nerello Mascalese
  • Nerello Cappuccio
  • Alicante o Grenache