II. Kongress über den heldenhaften Weinbau

13. – 15. März 2008 – Monforte de Lemos, Ribeira Sacra (Spanien)
Drei Tage lang war die Ribeira Sacra Gastgeber des "Zweiten Internationalen Kongresses über den Weinbau in den Bergen und Hanglagen". Die Veranstaltung von großer wissenschaftlich-technischer Bedeutung wurde vom CERVIM (Zentrum für Forschung, Studien, Wahrung,
Koordination und Aufwertung des Bergweinbaus) und von der Xunta di Galicia, in Zusammenarbeit mit dem Consello Regulador de la D. O. Ribeira Sacra organisiert.

Insgesamt haben über 230 Universitätsdozenten, Forscher, Techniker, Studenten und in diesem Sektor tätige Personen aus 6 europäischen Staaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und Schweiz) sowie aus Nordamerika und Südafrika an den Kongresstagen teilgenommen. Es wurden insgesamt 91 Forschungsarbeiten vorgelegt, davon 39 in Form von mündlichen Fachvorträgen und 52 als Posterpräsentationen. Die vier Sessions waren:

1) Geschichte und Kultur des Weinbaus in den Bergen und / oder Hanglagen;

2) Technologie der Weinbau- und Önologieproduktion;

3) Wirtschaftliche und soziale Aspekte ;

4) Umwelt, Territorium und Landschaft.


Die Vorträge der Redner und die Schlussfolgerungen der Moderatoren des zweiten Internationalen Kongresses haben hervorgehoben und zeigen, welches kulturelle, landschaftlich-territoriale, technische und wirtschaftliche Gut der heldenhafte Weinbau und die daraus entstehenden Produkte darstellen.

Schlussfolgerungen

Von François Stevenin, dem Präsidenten des CERVIM
91 präsentierte Arbeiten, davon 39 mündliche Vorträge und 52 in Form von Postern;
die Anwesenheit von Forschern, Technikern des Sektors, Weinbauern und Journalisten;
eine kompetente, tadellose Organisation;
die Einzigartigkeit und Erhabenheit eines Territoriums wie es die Ribeira Sacra ist:

Das sind die Gründe für den Erfolg des zweiten Internationalen Kongresses über den Weinbau in den Bergen und Hanglagen, der vom CERVIM und von der Regierung Galiciens (Spanien) organisiert wurde.
Außerdem haben 4 Arbeitskreise - unter der Leitung von Prof. Failla, Dr. Orriols, Dr. Ambroise Régis sowie Prof. Sorbini - die sich mit den Argumenten Geschichte und Kultur des Weinbaus in den Bergen und / oder Hanglagen; Technologie der Weinbau- und Önologieproduktion; Umwelt, Territorium und Landschaft; wirtschaftliche und soziale Aspekte beschäftigten und von der meisterhaften Erfahrung des Prof. Bianchi de Aguiar, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlich-Technischen Ausschusses koordiniert wurden, dazu geführt, dass wir sagen können zufrieden zu sein. Die entsprechenden Schlussfolgerungen sind soeben vorgelegt worden.

Gleichzeitig müssen wir zugeben, dass, obwohl einerseits die Arbeit und der Einsatz des CERVIM für den Weinbau in den Bergen und Hanglagen durch die Reform der OCM anerkannt worden sind, andererseits jedoch auch laut gesagt werden muss, dass wir aufgrund der Initiativen, die der Bergweinbau entfaltet hat und seit über 20 Jahren weiter entfaltet, mit eklatanteren Resultaten gerechnet hatten.

Die Vermeidung der Entwurzelung im Bergweinbau ist sicherlich ein wichtiger Punkt, aber eine deutlichere Anerkennung des Werkes, der Arbeit, der Kultur und des heldenhaften Weinbaus, bzw. der Rolle der Wahrung der Umwelt und der Förderung der Landschaft, wäre durchaus rechtmäßig gewesen. Ganz sicher stellt die nationale Hülle den politischen Moment dar, der es uns erlauben wird, den Problematiken der Restrukturierung und auch der Anerkennung des Weinbaus in den Bergen und Hanglagen entgegenzutreten.

Und auch bei dieser Gelegenheit müssen wir eine aktive Rolle übernehmen. Aber unsere Tätigkeit muss weitreichend sein. Damit dies gelingt, benötigen wir neue Energien und Ressourcen. Wir müssen politische und institutionelle Unterstützung finden. Wir müssen die Regionen, die Staaten und die Europäische Union sensibilisieren, ohne die internationalen Weinbauorganisationen zu vergessen. Wir müssen Politiker und hohe Funktionäre einladen, unsere Territorien zu besichtigen und ihnen den Bergweinbau vorführen, damit sie sich an Ort und Stelle darüber bewusst werden.
Zu diesem Zweck ist die Kommunikation grundlegend.

Das Web-Portal, die Zeitschrift, der Internationale Bergweinwettbewerb und der Kongress sind ausgezeichnete Kommunikationsmittel, aber trotzdem müssen wir mehr tun.

Die Schlussfolgerungen des Kongresses werden an den kürzlich erneuerten Verwaltungsrat des CERVIM weitergeleitet werden, der Strategien anwenden wird, um die Arbeit zur Wahrung und Förderung des Bergweinbaus noch stärker und ausgeprägter werden zu lassen.

Zum Schluss sei der Direktion des CERVIM sowie den Angestellten, ohne die dieser Kongress nicht so erfolgreich gewesen wäre, ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.


Schlussfolgerungen der Session "Technologie der Weinbau- und Önologieproduktion

Von Prof. Osvaldo Failla
Die Mehrzahl der in der Session "Technologie der Weinbau- und Önologieproduktion" präsentierten Arbeiten, sowohl die mündlichen als auch die in Form von Postern, konzentrierten sich auf die Beschreibung und die Bewertung der Umweltressourcen, mit besonderer Aufmerksamkeit auf die klimatischen Aspekte, die Wiedereinsetzung, die Charakterisierung und die Aufwertung der angebauten Weinreben. Die Spezifität der Umweltressourcen und der Assortimente der Varietäten werden in der Tat als die fundamentalen Aspekte bei der Bestimmung des Unterschieds zwischen dem Weinbau in den Bergen und Hanglagen und dem Weinbau auf Hügeln und im Flachland angesehen.

Die präsentierten Forschungsarbeiten haben es ermöglicht, unsere Kenntnisse über die grundlegenden Aspekte dieser extremen Weinbaumodelle zu erweitern. Insbesondere haben einige Studien die Aufmerksamkeit auf die durch die einschränkenden und oft anstrengenden Umweltfaktoren hervorgerufene Auswirkung auf die Traubenqualität - hinsichtlich des Gehalts an Polyphenolen und aromatischen Substanzen - fokussiert, welche die grundlegenden Aspekte der Produktion einzigartiger Weintypologien sind. Aus diesem Grunde hat man besondere Aufmerksamkeit auf die Weinbereitungstechniken gerichtet, die geeignet sind, die Traubenqualität auf den Wein zu übertragen.

Andere Themen, die sowohl Gegenstand der mündlichen Vorträge als auch der Posterpräsentationen waren, bezogen sich auf die wirtschaftliche Vertretbarkeit des Bergweinbaus durch die Reduzierung der Produktions- und Personalkosten infolge von Mechanisierung sowie Veränderung der Anbautypologie, Anbauform und Pflege des Weinbergs. Aufgrund der unterschiedlichen physischen Konditionen des Territoriums ist es möglich, den Ernteertrag zu erhöhen, die Traubenqualität zu verbessern und die Produktionskosten zu reduzieren. Diese Veränderungen müssen vor allem in Bezug auf die Erhaltung und die Verbesserung der Weinqualität sowie der Einzigartigkeit des Gebiets bewertet werden.


Schlussfolgerungen der Session "Umwelt, Territorium und Landschaft"

Von Dr. Ambroise Régis
Diese Session wurde im Zeichen der Europäischen Landschaftskonvention durchgeführt und von Frau Maguelonne Dejeant-Pons präsentiert. Anschließend wurde über die konkreten Aspekte und die Darstellungen der Landschaft debattiert.
Es wurden außerdem präsentiert:

  • unterschiedliche Methoden zur Pflege der Landschaft, die den einzelnen Regionen angepasst sind, um die jeweiligen Potentiale aufzuwerten;
  • auf die Verknüpfung zwischen den landschaftlichen Besonderheiten der Territorien, der Art wie sie empfunden werden und den verwendeten Kommunikationsmethoden bezogene Studien.

Feststellungen

Aus diesen Referaten ist hervorgegangen dass, so wie die aus den terrassierten Weinbergen stammenden Weine starke Besonderheiten aufweisen, dies auch auf die daraus herrührenden Landschaften zutrifft. Die Qualität der Weine und der Landschaften stammen aus der Verschiedenheit der Weinreben, der Varietät des Geländes und aus der Fähigkeit der Weinbauern, sich besonders schwierigen Territorien anzupassen.

Empfehlungen

  1. Es ist richtig, die Rolle des öffentlichen Interesses anzuerkennen, welche die Weinberge in den Bergen und Hanglagen bei der Erhaltung und Pflege dieses Territoriums ausgeübt haben. Es ist erforderlich, diese Landschaften und die von den Weinbauern geleistete Arbeit vorzuzeigen und bekannt zu machen.
  2. Die in den Bergen und Hanglagen tätigen Weinbauern sowie ihre professionellen Organisationen haben größtes Interesse daran, enge Bindungen zu den territorialen Kollektivitäten, den Organisationen für die Förderung des Umwelt- und Landschaftstourismus sowie zur Welt der Wissenschaft zu knüpfen, um koordinierte Aktionen zu Gunsten der Wahrung und Aufwertung der Landschaft dieser Regionen zu entwickeln.

Vorschläge für die künftigen Kongresse

In einem Kontext, der gekennzeichnet ist von den Einsätzen der vertretbaren Entwicklung, ist es wünschenswert, dass die Wissenschaftler, die am nächsten Kongress des CERVIM teilnehmen werden, ihre Arbeiten auf die Forschung über die aufzuwertenden Aspekte und die zu lösenden Knoten richten, so dass der heldenhafte Weinbau unter dem kulturellen, wirtschaftlichen, umweltlichen und sozialen Gesichtspunkt als eine essentielle Komponente der vertretbaren Entwicklung der Bergregionen und Hanglagen anerkannt wird.

Schlussfolgerungen der Session "Wirtschaftliche und soziale Aspekte"

Von Prof. Maurizio Sorbini
Die Session "Wirtschaftliche und soziale Aspekte" ist besonders interessant gewesen. In ihren Vorträgen haben alle Fachleute die Bedeutung der mit dem Weinbau in den Bergen und Hanglagen verknüpften Werte unterstrichen.
Diese Werte sind als attraktiv für Segmente amerikanischer Konsumenten betrachtet worden. Die Entwicklung dieses Marktes ist für möglich und voraussehbar gehalten worden, sowohl hinsichtlich der lokalen Produktion in den Berges des Appalachian Range (Südosten der USA) als auch der Einfuhr europäischer Weine.

Während der Session wurden außerdem sowohl die Notwendigkeit, die Wirksamkeit der Kommunikation über die Bergweine zu überprüfen hervorgehoben, als auch ihr Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Bergregionen.


Feststellungen

Eine erste wichtige Feststellung, die aus dem Kongress hervorgegangen ist, bestätigt, dass die Bergweine, die an Terrassierungen in Hanglagen produziert werden, einige spezifische, sowohl wirtschaftliche als auch soziale Werte haben. Der Verbraucher ist in der Lage, diese zu sehen und zu schmecken und sie anschließend im Gedächtnis zu behalten und in ein persönliches kulturelles Gut umzuwandeln.

Empfehlungen

Die Erfahrung der CERVIM-Kongresse mit den technischen Besichtigungen der terrassierten Weinberge hat gezeigt, dass die Werte des heldenhaften Weinbaus leicht bekannt gemacht werden können.

Diese Besichtigungen haben es ermöglicht, die Komplexität der Organisation aller an der Produktion dieser einzigartigen Weine Mitwirkenden zu verstehen.

Die Kenntnis von diesen speziellen Produktionszusammenhängen verdient es, als ein erstes Instrument für die Aufwertungsarbeit der Bergweine angesehen zu werden.

Für die künftigen Kongresse

In Anbetracht der grundlegenden Bedeutung der an die Verbraucher zu übermittelnde Information könnte der nächste Kongress die Arbeiten auf die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel und auf die Möglichkeiten richten, neue, auf der Erfahrung basierende Marketingkriterien einzuführen, sowohl für die heldenhaften Weine als auch für die Konditionen zur Erhaltung dieser Produktionen.

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